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Begriffe des Color Management

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Umgebungslicht   Komplexität: erweitertPraktische Relevanz: hoch

Als Umgebungslicht bezeichnet man die Gesamtmenge aller Lichtquellen, die auf einen bestimmten Punkt wirken - inklusive aller indirekter Lichtreflexionen, die durch beleuchtete Objekte zu Stande kommen. Das Umbebungslicht setzt sich also u.U. aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Lichtarten zusammen, die verschiedene farbliche Komponenten beinhalten können. Diese mehr oder weniger diffuse "Lichtsumme" kann, wie eine einzelne Lichtquelle, hinsichtlich ihrer Lichtqualität (Spektrale Verteilung, Leuchtdichte) bewertet werden. Ein Innenraum beispielsweise, dessen Wände gelb gestrichen sind, wird ein Umgebungslicht erzeugen, dessen farbliche Eigenschaften von jenen der darin verwendeten Leuchtmittel oder einstrahlendem Tageslicht abweichen.

Im Color Management ist das Umgebungslicht des Arbeitsplatzes sehr wichtig, weil es auf die Wahrnehmung und Bewertung von reflektierenden Farben (Drucke, Fotoabzüge, Illustrationen, etc.) einen großen Einfluss hat (siehe auch: Metamerie). Um eine Situation zu schaffen, in der Farbvorlagen und Farben am Computermonitor verglichen werden sollen, muss das Umgebungslicht des Arbeitsplatzes eine möglichst ausgewogene Spektrale Verteilung besitzen und sein Weißpunkt sollte jenem des Computermonitors entsprechen. In der Praxis ist selbiges aber sehr schwierig, weil sich das Umgebungslicht - sofern der Arbeitsraum Fenster hat - im Tagesverlauf verändert, insbesondere, sobald Kunstlicht zugeschaltet wird.

Um dieses Problem zu entschärfen, bietet sich die Verwendung eines vom Umgebungslicht abgeschirmten Vorlagenhalters oder einer sog. Lightbox an, die mit einer Normlichtquelle (typischerweise D50) ausgestattet sind.

Wahrnehmungsorientiertes Rendering   Komplexität: erweitertPraktische Relevanz: essentiell

Gleichbedeutend mit Perzeptives Rendering.

Weißpunkt   Komplexität: erweitertPraktische Relevanz: essentiell

Jenes Weiß, das wir sehen, wenn wir ein Blatt Schreibpapier unter Tageslicht betrachten, unterscheidet sich farblich erheblich von dem des selben Blattes Papier unter Kunstlicht. (Siehe Bildbeispiel bei Metamerie). Nachdem sich unser Sehsinn auf unterschiedliche Beleuchtungssituationen automatisch anpasst, nehmen wir diese Abweichung aber nicht ohne weiteres wahr. Color Management jedoch basiert auf absoluten Farbbeschreibungen. Das bedeutet, dass die beiden Weißpunkte (white points) innerhalb des absolut gültigen Bezugssystems (L*a*b oder XYZ), in dem Farbräume definiert sind, unterschiedliche Positionen einnehmen.

In Druckerfarbräumen und -profilen ergibt sich der Weißpunkt aus der Papierfarbe, die - unbedruckt - die hellste mögliche Farbe darstellt. Farbprofile von Zeitungsdruck oder Druckverfahren auf ungebleichten Papieren haben einen deutlich dunkleren bzw. auch farblich abweichenden Weißpunkt als Druckprofile für hochweiße Papiersorten.
Das Weiß von Computermonitoren und deren Farbprofilen unterscheidet sich zusätzlich von den oben erwähnten Weiß-Beispielen, und zwar alleine schon deshalb, weil Computermonitore selbstleuchtend, und daher vom Umgebungslicht weitgehend unbeeinflusst sind.

In der praktischen Arbeit mit Color Management sind Weißpunkte Eigenschaften von Farbräumen (und deren zugehörigen Profilen). Relevant werden sie vor allem dann, wenn es darum geht, ob abweichende Weißpunkte bei der Farbkonvertierung kompensiert (angeglichen) werden sollen oder nicht (siehe: Rendering Intents).

Weißpunkte von Farbräumen/-profilen werden oft mittels Farbtemperatur-Angaben bzw. deren Normkürzel (D50, D65) bezeichnet. Das verleitet leicht zu dem Irrglauben, dass Weißpunkte in Farbräumen nur entlang dieser orange-zu-blauen Farbtemperaturachse liegen können. Tatsächlich können sie aber beliebige Chromatizitäten haben. Ein rötlicher Weißpunkt wäre z.B. in einem Farbprofil für rosarotes Zeitungspapier (wie es z.B. die österr. Zeitung "Der Standard" verwendet) vorhanden.

Zielfarbraum   Komplexität: erweitertPraktische Relevanz: essentiell

Als Zielfarbraum (target color space) wird jener Farbraum bezeichnet, in welchen Dokumentfarben im Zuge einer Farbkonvertierung übertragen werden und in dem sie nach der Konvertierung vorliegen. Siehe auch: Quellfarbraum.

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© 2009 Grafik Krausz, Juergen Krausz, Graz/Austria/EU. Alle Rechte vorbehalten. | Letzte Aktualisierung: 28.11.2008